Samstag, 11.05.2024

Die Schätze zweier Sammler

Auktion und Flohmarkt der Familie Rose im Park Hohenrode (10:00 - 16:00)

Gerhard und Dietrich Rose waren den Nordhäusern vor allem als Buchhändler bekannt, Vater und Sohn waren aber auch fleißige Sammler. Die Familien Rose und Seidel haben den Fundus nun gesichtet und hoffen demnächst im Park Hohenrode für den einen oder anderen Schatz neue Liebhaber zu finden.

Die Liebe zum geschriebenen Wort ist in den Familien Rose, Seidel und Bender fest verankert und hat über das Buchhaus und die Bibliothek über Jahre und Jahrzehnte viele Nordhäuser angesteckt. Den Grundstein für diese Bibliophilie legte einst Gerhard Rose, der gegen den Wunsch des eigenen Vaters in jungen Jahren seine Schullaufbahn aufgab, um eine Ausbildung zum Buchhändler zu machen.

Aber der alte Herr Rose war nicht nur Händler, vor allem war er auch leidenschaftlicher Sammler. „Wenn wir uns an unseren Vater erinnern, dann meist mit einem Rucksack auf dem Rücken, auf den Weg in den Harz, irgendwo hin, um neue Stücke für seine Sammlung zu finden“, erzählt Andrea Rose. Ihr Bruder Dietrich Rose tritt in die Fußstapfen des Vaters und übernimmt nach der Wende die „Volksbuchhandlung“ und macht sie zum „Buchhaus Rose“. Und wie einst den Vater packt auch ihn die Sammelleidenschaft.

Sechs Monate hat es gedauert, den so zusammengetragenen Fundus grob zu sichten, erzählen die Geschwister Andrea Rose und Hildegard Seidel. „Die Räume unter der Buchhandlung hat ja kaum jemand zu Gesicht bekommen, da gab es Reihe an Reihe alte Literatur, insbesondere zu Nordhausen und der Region, Verlagsbestände und alte Publikationen, die unser Bruder zusammengetragen hat. Von dem Umfang waren wir selber ein wenig überrascht.“

Im Buchhaus kann die Sammlung nicht mehr bleiben. Was also tun mit all den geschriebenen Worten? Sie unters Volk bringen, natürlich. „Bei der Durchsicht war viel Wehmut im Spiel aber auch Erleichterung. Es sind ein paar sehr alte und schöne antiquarische Werke dabei und die sollten in Nordhausen bleiben, unser Bruder hat uns bis zuletzt gebeten und gedrängt, uns darum zu kümmern. Deswegen sind wir darauf gekommen, über einen Flohmarkt und eine Versteigerung neue Besitzer zu finden“, sagt Hildegard Seidel.

Als passenden Ort hat man sich die Kneiff’sche Villa im Park Hohenrode ausgesucht. Am Freitag, den 10. Mai, wird ab 14 Uhr die Möglichkeit bestehen, 35 ausgewählte und zur Versteigerung vorgesehene Stücke in Augenschein zu nehmen. „Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1723 aber wir haben auch ein paar andere interessante Dokumente gefunden, etwa eine üppige Speisekarte zur Tausendjahr-Feier von 1927 oder eine Ratsverlautbarung aus dem 18. Jahrhundert, die die Nordhäuser dazu anhält, doch bitte nicht zu viele Zugezogene zu heiraten“, erzählt Andrea Rose.

Die eigentliche Auktion findet Tags darauf am Samstag, den 11. Mai, ebenfalls ab 14 Uhr statt, den Hammer schwingt die Familie dann selber. Unabhängig von der Auktion wird außerdem von 10 bis 17 Uhr ein Bücherflohmarkt zum stöbern einladen, der sich aus dem umfangreichen Fundus der Buchhandlung speist.

Den Erlös aus der Aktion wird man nicht für sich behalten, vielmehr soll mit dem Geld ein Baum für den Park Hohenrode angeschafft werden, um den historischen Bestand des Arboretums wieder herzustellen.

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